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Pilzinfektionen (Mykosen)

Pilze – überall vorhanden und nützlich

Pilze kommen überall in der Umwelt vor. Sie finden sich in jeder Schaufel Erde und in fast jedem Atemzug, so dass der Mensch ständig mit ihnen in Kontakt ist. In der Natur zersetzen Pilze organisches Material. Um diese Aufgabe zu erfüllen, haben sie die Fähigkeit entwickelt, in beinahe jeder Umgebung der Welt zu überleben und sich zu vermehren. Pilze sind im Erdboden, in verfaulenden Pflanzen, in Lüftungskanälen, in der Nahrung und im Wasser zu finden. Es gibt sogar Pilze im Darmtrakt gesunder Menschen, wo sie neben Bakterien die normale Darmflora bilden.

Zum Reich der Pilze gehören sehr unterschiedliche Organismen, von nur mikroskopisch sichtbaren einzelligen Formen (z.B. Hefepilze) bis hin zu den größeren, Fruchtkörper bildenden Pilzen (z.B. Champignons). Es gibt Pilze, die sich durch Zweiteilung vermehren (z.B. Hefepilze) und solche, die sich geschlechtlich fortpflanzen und Sporen bilden, die meist über die Luft verbreitet werden (z.B. Schimmelpilze). Einige sind für den Menschen bei der Lebensmittelproduktion oder medizinischen Anwendungen sehr nützlich. Neben den bekannten Speisepilzen werden beispielsweise einige Vertreter der Hefepilze zur Herstellung von Brot und Bier (Bäcker- und Bierhefe), verschiedene Schimmelpilze bei der Herstellung von Käse verwendet. Vor allem Schimmelpilze produzieren für den Menschen medizinisch wertvolle Substanzen wie Antibiotika.

Pilze – Krankheitserreger in Lauerstellung

Die meisten der mehr als 100.000 bis heute entdeckten Pilzarten stellen für die menschliche Gesundheit kein Risiko dar. Nur von einigen Hundert Pilzen ist bekannt, dass sie beim Menschen Erkrankungen auslösen können. Und auch diese Pilzformen sind im Grunde wenig krankheitserregend. Sie gelten als so genannte opportunistische Krankheitserreger, das heißt im Normalfall sind sie harmlos, können allerdings ein geschwächtes Immunsystem ausnutzen und sich im menschlichen Körper rasch ausbreiten. In diesem Fall können auch sonst ungefährliche Pilze für den Menschen lebensbedrohliche Infektionen (Mykosen) verursachen.

Einige Schimmelpilze setzen außerdem giftige Stoffwechselprodukte (so genannte Mykotoxine) frei, die häufig Ursache von Nahrungsmittelvergiftungen sind, allergische Symptome auslösen und krebserregend wirken können.

 

Oberflächliche und invasive Infektionen

Abhängig vom Ort der Infektion unterscheidet man zwischen oberflächlichen und invasiven Pilzinfektionen:

  • Oberflächliche Pilzinfektionen beschränken sich auf die Haut bzw. die Schleimhäute (z.B. oropharyngeale Candidose, ösophageale Candidose) und lassen sich in der Regel gut behandeln. Falls sie aber nicht erkannt oder zu spät behandelt werden, kann sich die Infektion ausbreiten und innere Organe erreichen – man spricht dann von invasiven Pilzinfektionen.
  • Bei invasiven Pilzinfektionen (Mykosen) sind die Erreger in das Gewebe eingedrungen. Solche Infektionen treten zwar deutlich seltener auf, sind aber für den Menschen gefährlicher, da sie mehrere Organe oder ganze Organsysteme betreffen können. Sie werden häufig auch als „Systemmykosen“ bezeichnet (mehr zu invasiven Mykosen). 


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