
Behandlung
Mögliche Komplikationen Probleme während der Behandlung ergeben sich, wenn der Patient das Medikament nicht bzw. nicht mehr verträgt oder wenn der Pilzerreger unempfindlich gegenüber dem Wirkstoff ist oder wird (man sagt auch: der Pilz wird resistent). Es gibt viele Pilze, die gegen auf dem Markt erhältliche Antimykotika resistent sind. Beispielsweise ist der Schimmelpilz Aspergillus terreus gegen Polyene wie Amphotericin B resistent. Dies ist äußerst problematisch, weil dieser Pilz lebensbedrohliche invasive Infektionen bei immungeschwächten Patienten verursachen kann.
Eine neue Resistenz gegenüber einem Wirkstoff kann sich besonders dann ausbilden, wenn der Pilzerreger mit zu geringen Konzentrationen eines Wirkstoffs konfrontiert wird. Mit zu geringen Wirkstoff-Konzentrationen können die Pilzzellen nicht ausreichend gehemmt bzw. abgetötet werden. Stattdessen gewöhnen sich die Pilzzellen daran, sie überleben und entwickeln Mechanismen, mit denen sie unempfindlich gegenüber dem Wirkstoff werden. Zu geringe Wirkstoff-Konzentrationen können beispielsweise vorliegen, wenn zu wenig Wirkstoff aufgenommen wird. Deshalb sollten die Medikamente immer möglichst regelmäßig nach Verordnung des Arztes eingenommen werden. Sobald der Pilzerreger gegen einen Wirkstoff resistent ist, muss die Therapie mit einem anderen Wirkstoff fortgesetzt werden.
Näheres dazu finden Patienten in der Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) ihres Medikaments.
Ein Arzneimittel soll gezielt in bestimmte Stoffwechselprozesse eingreifen und so zur Heilung oder zur Linderung von Beschwerden führen. Jedes Arzneimittel kann aber auch unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) haben. So wirken die Medikamente gegen Pilzerkrankungen zwar gezielt auf die Pilzzellen ein, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sie auch den Stoffwechsel der menschlichen Zellen beeinträchtigen. Dies kann dann zu Nebenwirkungen führen.
Eine ausführlichere Liste der bekannten Nebenwirkungen eines Arzneimittels ist in der zugehörigen Gebrauchsinformation aufgeführt. Patienten sollten alle unerwünschten Ereignisse bzw. Nebenwirkungen, die sie bei sich beobachten, sofort ihrem Arzt melden.
Wenn zur gleichen Zeit mehrere Arzneimittel eingenommen werden müssen, können veränderte Stoffwechselprozesse dazu führen, dass die Wirkung von einem oder mehreren Arzneimitteln verstärkt oder abgeschwächt wird. Man spricht dann von Wechselwirkungen der Arzneimittel.
So kann die gleichzeitige Einnahme bestimmter Arzneimittel dazu führen, dass eine Wirksubstanz in zu hoher oder in zu niedriger Konzentration im Blut vorhanden ist. Eine erhöhte Konzentration im Blut kann möglicherweise zu häufigeren und stärkeren Nebenwirkungen führen, eine zu geringe Konzentration kann bewirken, dass die Substanz zu schwach oder gar nicht mehr wirkt.
Jede Gebrauchsinformation enthält eine detaillierte Liste der Arzneimittel, bei denen bei gleichzeitiger Einnahme Vorsicht geboten ist oder die nicht zusammen eingenommen dürfen. Patienten sollten ihren Arzt unbedingt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen. Nur so kann der Arzt über die weitere Behandlung entscheiden.