
Invasive Mykosen werden meistens von bestimmten Schimmel- oder Hefepilzarten ausgelöst, die entweder über die Luft (Sporen von Schimmelpilzen) oder durch Verletzungen der Haut in den Körper gelangen. Dort können sie verschiedene innere Organe oder ganze Organssysteme (z.B. Magen-Darm-Trakt) befallen, weshalb sie auch als Systemmykosen bezeichnet werden. Welche Organe befallen sind, hängt vor allem von der Pilzart ab. Der individuelle Krankheitsverlauf wird besonders von der Grunderkrankung bestimmt.
Gesunde Menschen haben in der Regel genug Widerstandskraft, um den eigenen Körper gegen gefährliche Erreger zu schützen. Menschen, deren Immunsystem bereits durch eine schwere Erkrankung geschwächt ist, können leichter von gefährlichen Pilzen befallen werden. Zu solchen schweren Erkrankungen gehören z.B.:
Die Überlebenschancen dieser Patienten sind in den letzten Jahrzehnten zwar durch die enormen Fortschritte der Behandlungsmöglichkeiten gestiegen, das geschwächte Immunsystem erhöht dafür aber das Risiko einer Pilzinfektion.
Ob ein Mensch eine Invasive Mykose erleidet, ist von der Schwere der Grunderkrankung sowie von der Art und der Menge des Pilzerregers abhängig, mit der der Patient in Kontakt gerät. Die Infektionen belasten die ohnehin geschwächten Patienten zusätzlich und sind immer häufiger die Ursache für einen tödlichen Verlauf.
Zwar sind invasive Mykosen immer noch relativ selten, doch ist die Rate der Neuinfektionen in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Man schätzt, dass im Jahr 2003 allein in Deutschland über 144.000 invasive Pilzinfektionen auftraten, zusammen mit Frankreich, Italien und Großbritannien kam die Schätzung sogar auf über 500.000.