
Diagnose Bei oberflächlichen Mykosen zeigen sich in der Regel für das Krankheitsbild typische Symptome und die Erreger lassen sich meist gut nachweisen. Dagegen ist die Diagnose invasiver Infektionen äußerst schwierig, da deren Symptome besonders zu Beginn der Erkrankung unspezifisch sind. Eine frühzeitige Diagnose und der frühe Start einer auf den Erreger zugeschnittenen Therapie sind jedoch wichtig, um das Fortschreiten der oft lebensbedrohlichen Infektionen zu verhindern.
Der Arzt wird versuchen zu klären, ob der Patient Risikofaktoren ausgesetzt war, die auf einen möglichen Erreger-Kontakt hinweisen. Dazu gehören neben Faktoren, die das Immunsystem schwächen, auch nur kurze Zeit zurückliegende Verletzungen, die Eintrittspforten für Pilze sein können. Wichtig ist auch die Klärung möglicher HIV-Infektionen, da Patienten mit AIDS ein wesentlich erhöhtes Risiko für Pilzinfektionen haben.
Die Nachfrage nach Reisen kann Hinweise auf mögliche Infektionen mit örtlich begrenzt verbreiteten (endemischen) Pilzen geben. Beispielsweise kommen Pilze der Gattung Coccidioides nur in den Wüstenregionen im Südwesten der USA, im Norden Mexikos und in Mittel- und Südamerika vor. Zeigt ein Patient Symptome einer Infektion, kann die Angabe einer Reise in die genannten Regionen für den Arzt ein Hinweis auf eine Infektion mit Coccidioides sein.
Körperliche Untersuchung: Bei oberflächlichen Pilzinfektionen liefert die körperliche Untersuchung recht zuverlässig erste Hinweise, z.B. zeigen sich bei der oropharyngealen Candidose gelblich weiße Beläge auf der geröteten Schleimhaut im Mund und Rachenraum. Im Gegensatz dazu sind die Symptome bei invasiven Pilzinfektionen vor allem in der Frühphase oft unspezifisch und kaum von einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden. Das macht eine für den notwendigen frühzeitigen Therapiestart sichere und schnelle Diagnose zu einer Herausforderung.
Bildgebende Verfahren: Pilzinfektionen der Lunge (z.B. durch Aspergillus-Arten) können durch eine Computertomographie des Brustraumes erkannt werden. Um einen Befall des Gehirns abzuklären, ist eine Kernspintomographie erforderlich.