
Candida-Arten gehören zu den Hefepilzen. Unter den krankheitserregenden Pilzen nehmen sie eine Sonderstellung ein, weil sie normale Besiedler der menschlichen Schleimhäute sind. Infektionen mit Candida-Arten (Candidosen) treten auf, wenn günstige Umstände eine starke Vermehrung der Hefepilze fördern. Dann können sie auf der Haut- oder der Schleimhaut-Oberfläche, z.B. im Mund, unkontrolliert wachsen oder in das Gewebe eindringen und innere Organe befallen.
Abb: Verschiedene Candida-Arten, die durch Anzucht auf einem speziellen Nährboden (Chromagar) an ihrer typischen Färbung erkennbar sind: grün = Candida albicans; blau = Candida tropicalis; pink und glatt = Candida glabrata; pink, rauh und flach = Candida krusei). Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Herbert Hof, Mannheim.
Wenn Pilzinfektionen beim Menschen auftreten, werden diese am häufigsten durch Candida albicans hervorgerufen. In den letzten Jahren kommt es allerdings immer häufiger zu Infektionen mit den bislang seltenen, aber sehr gefährlichen Arten Candida glabrata und Candida krusei. Für die Therapie ist die Kenntnis der Pilzart wichtig, da sich die Behandlungsmöglichkeiten je nach Spezies unterscheiden können.
Generell können sich Candidosen bei Menschen mit intaktem Immunsystem entwickeln. Sie treten jedoch häufiger bzw. dauerhafter auf bei
• Patienten mit HIV-Infektion
• Diabetes mellitus
• Krebserkrankungen
• Patienten unter Antibiotikatherapie
• schwangeren Frauen
• Patienten mit Verletzungen, Verbrennungen und Infektionen im Bauchraum
• organtransplantierten Patienten
• Patienten auf der Intensivstation
Daneben gelten Blasen- oder Venenkatheter als Gefahrenquelle für Candida-Infektionen. Katheter bieten Candida-Arten ideale Bedingungen zur Kolonisierung und sollten daher schon bei Verdacht auf eine Candidose als erste Maßnahme entfernt werden.
Candidosen werden nach dem Haupt-Infektionsort unterschieden: